
Viele Unternehmen erschließen einen neuen Markt, indem sie ihre Website übersetzen und auf Anfragen warten. Dann passiert nichts. Die deutsche Version taucht bei deutschen Suchanfragen nicht auf, oder Google zeigt Nutzern in Polen hartnäckig die englische Seite.
An der Übersetzung selbst liegt es selten. Suchmaschinen brauchen klare Signale, welche Seite für wen gedacht ist. Hier ist, was wir bei jeder mehrsprachigen Website einrichten, auch bei dieser hier, die auf Englisch, Türkisch, Deutsch und Polnisch läuft.
Jede Sprache bekommt eine eigene URL
Google muss jede Sprachversion einzeln finden und indexieren können. Jede Sprache braucht also eine eigene Adresse und keine Seite, die ihre Sprache per Cookie oder Browsereinstellung wechselt.
Dafür gibt es drei gängige Varianten:
- Länderdomains (beispiel.de, beispiel.pl) senden das stärkste lokale Signal, aber jede Domain muss ihr Vertrauen selbst aufbauen und verursacht mehr Aufwand.
- Subdomains (de.beispiel.com) lassen sich leicht getrennt hosten, werden von Suchmaschinen aber oft fast wie eigene Websites behandelt.
- Unterverzeichnisse (beispiel.com/de/) lassen alle Sprachen von der Autorität einer Domain profitieren. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist das die praktischste Lösung.
Diese Website nutzt Unterverzeichnisse: Englisch im Hauptverzeichnis, die übrigen Sprachen unter /tr/, /de/ und /pl/.
Auch die Adresse in der Sprache der Seite
Eine deutsche Seite unter /de/services/web-design verschenkt Potenzial. Wo immer es geht, sollte auch die Adresse in der Sprache der Seite stehen: /de/leistungen/webdesign. Auf dieser Website hat jeder Blogartikel in jeder Sprache seine eigene Adresse. Ein kleines Detail, das in den Suchergebnissen und in geteilten Links deutlich natürlicher wirkt.
Hreflang nutzen, und zwar richtig
Hreflang-Tags sagen Google, dass mehrere Seiten Versionen desselben Inhalts in verschiedenen Sprachen sind. Richtig umgesetzt sieht jemand in Polen in den Suchergebnissen Ihre polnische Seite statt der englischen.
Drei Regeln verhindern die meisten Fehler:
- Jede Version verweist auf alle anderen und auf sich selbst. Verweist die deutsche Seite auf die polnische, muss die polnische zurückverweisen. Einseitige Verweise werden ignoriert.
- Ergänzen Sie ein x-default. Es legt fest, welche Seite erscheint, wenn keine Sprache passt, meist die Haupt- oder englische Version.
- Verweisen Sie nur auf Seiten, die es wirklich gibt. Gibt es einen Artikel noch nicht auf Polnisch, verweisen Sie nicht auf eine polnische Adresse, die woandershin umleitet.
Keywords pro Markt recherchieren, nicht pro Übersetzung
Niemand sucht in übersetzten Sätzen. Eine Unternehmerin in Deutschland tippt eher "Website erstellen lassen" als die wörtliche Übersetzung Ihres englischen Keywords, und in Polen nutzen die Menschen wieder ihre eigenen Formulierungen. Recherchieren Sie Keywords für jeden Markt separat und schreiben oder überarbeiten Sie die Texte rund um das, wonach tatsächlich gesucht wird.
Maschinelle Übersetzung braucht einen Menschen
Automatische Übersetzungen sind erstaunlich gut geworden, aber sie ungeprüft zu veröffentlichen, bleibt ein Risiko. Kleine Fehler in Tonalität, Fachbegriffen oder Grammatik lassen ein Unternehmen weniger vertrauenswürdig wirken, und Suchmaschinen sind darauf ausgelegt, Seiten zu belohnen, die für Menschen geschrieben wurden. Nutzen Sie Übersetzungstools, um schneller zu werden, und lassen Sie jede Seite vor der Veröffentlichung von Muttersprachlern prüfen.
Besucher nicht automatisch umleiten
Es ist verlockend, Besucher anhand ihrer IP-Adresse oder ihres Browsers in "ihre" Sprache zu schicken. Google rät von solchen automatischen Weiterleitungen ab: Der Crawler sieht Ihre anderen Versionen dann womöglich nie, und echte Besucher ärgern sich, wenn sie die gewünschte Seite nicht öffnen können. Ein sichtbarer Sprachumschalter, der zur selben Seite in einer anderen Sprache führt, funktioniert für beide besser.
Mehr als den Text lokalisieren
Währung, Datumsformat, Telefonnummern und Maßeinheiten zeigen Besuchern, ob eine Website wirklich für ihr Land gemacht wurde. Das gilt auch für die Rechtstexte: Besucher in Deutschland erwarten ein Impressum, polnische GmbHs (sp. z o.o.) nennen Registergericht und Stammkapital. Auch Zahlarten unterscheiden sich, wie wir in unserem Vergleich von Shop-Plattformen erklären. Und jede Sprachversion braucht denselben Datenschutz-Standard, den unsere Checkliste für DSGVO-konforme Websites Schritt für Schritt beschreibt.
Mit wie vielen Sprachen sollten Sie starten?
Vermutlich mit weniger, als Sie denken. Zwei gut recherchierte und gepflegte Sprachen schlagen fünf vernachlässigte. Jede Sprache bringt laufenden Aufwand: neue Seiten, Updates, Artikel, Antworten auf Anfragen. Das ist auch ein Grund, warum mehrsprachige Websites mehr kosten, wie wir im Artikel Was kostet eine Firmenwebsite? erläutern.
Unser eigenes Produkt eSIM Travel läuft in zehn Sprachen, deshalb wissen wir, wie viel Disziplin das erfordert. Wenn Sie Kunden in Deutschland, Polen oder der Türkei erreichen möchten, erzählen Sie uns von Ihren Plänen. Wir helfen Ihnen zu entscheiden, mit welchen Märkten Sie starten, und richten sie vom ersten Tag an richtig ein.